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Täuschender "gelber" Brancheneintrag führt bei Unterschrift zu Rechnung aus der Schweiz

15.03.2018

Unternehmen, Ärzte, aber auch Kindergärten, Schule und Vereine in Österreich sind irreführend mit einer laut Kuvert anonymen Postzusendung dazu aufgefordert worden, fehlende oder fehlerhafte Daten für einen "Brancheneintrag Bundesland" zu ergänzen oder zu korrigieren. Absender ist eine angebliche Regio Marketing GmbH, welche aber an der angeführten Anschrift in der Walfischgasse 6/1/322 in 1010 Wien nicht im österreichischen Firmenbuch eingetragen ist.

In Wahrheit soll damit ein Auftrag für einen de facto praktisch wertlosen neuen Eintrag auf www.firmenklick.net erschlichen werden, und das offenbar mit einer Firma oder Hintermännern im Ausland. Die Kostenpflicht findet sich nur versteckt im Fließtext und auf der sonst unbekannten Website mit einem Gesamtbetrag von (Zitat) "nur" 1896 EURO netto für zwei Jahre! Aus Entscheidungen der Strafgerichte ergibt sich, dass solche Beträge für Einträge auf vollkommen unbekannten Websites auch den strafrechtlichen Tatbestand des Sachwuchers erfüllen, ganz abgesehen von der klaren Täuschungsabsicht.

Es besteht keine rechtliche Pflicht, hier etwas zurückzusenden oder zu bezahlen“, erklärt Mag. Hannes Seidelberger, Geschäftsführer des Schutzverbandes gegen unlauteren Wettbewerb. Solche Maschen sind wohl bekannt und aufgrund der Klagen des Schutzverbandes nach dem § 28a UWG ganz klar verboten. Noch dazu wird hier mit der gelben Unterlagen im oberen Teil eine Aussendung der bekannten Gelben Seiten vorgetäuscht. "Und wenn Betroffene hier eine Rechnung erhalten haben, kann der Schutzverband bei einer Mitgliedschaft Ihrer Interessensvertretung gerne tätigen werden und eine ausdrückliche Stornierung dieser Rechnung erreichen", führt Mag. Seidelberger weiter aus, dem mittlerweile hunderte Fälle von getäuschten Unternehmen, aber auch Vereinen, Schulen und anderen Einrichtungen vorliegen.

Regelmäßig verschicken dubiose Anbieter solche und ähnliche Schreiben, die sich dann als Vertragsfalle entpuppen und Unternehmen 1000 Euro oder mehr kosten können. Der Schutzverband warnt ausdrücklich vor solchen betrügerischen Formularfallen und vor allem davor, etwas zu unterschreiben oder bei irrtümlicher Unterschrift Geld an die Absender solcher Schreiben zu überweisen. Im letzten Jahr sind fast hundert unterschiedliche "Schwindelaussendungen" dokumentiert, wobei sich dann tausende Betroffene allein im Schutzverband gemeldet haben.

Am besten ist es, die Schreiben oder dann einlangende Rechnungen an den Schutzverband unter office@schutzverband.at weiterzuleiten. Weitere Informationen darüber, wie man solche Formularfallen erkennen kann, findet man auch auf der Webseite des deutschen Schutzverbands gegen Wirtschaftskriminalität unter dem Menüpunkt Methoden / Formularfallen (http://www.dsw-schutzverband.de/methoden ).

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