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Irreführende Aussendungen als scheinbar kostenfreie Angebote oder als Rechnungen ohne Bestellung

11.04.2011

Bei einer Aussendung für ein Gelbes Branchenbuch samt Ortsangabe wird um Prüfung der Eintragung und gegebenenfalls um Vervollständigung gebeten. Jedoch ist bloß der sehr reduzierte Grundeintrag (Firmenname mit Anschrift) kostenlos. Werden Telefon, Fax, E-Mail oder Internet-Adresse eingetragen und das Formular mit Unterschrift versehen, geht man einen neuen Vertrag mit der TM Marketing Service Ltd. mit angeblichem Sitz in London um rund 500 Euro netto jährlich für zwei Jahre ein. Der teure Eintrag erscheint im Online-Branchenverzeichnis unter www.mein-branchenverzeichnis.info, dessen Bekanntheitsgrad in keinster Weise mit den Gelben Seiten von Herold oder anderen seriösen Branchenverzeichnissen zu vergleichen ist.

Viele Beschwerden betreffen auch die Aussendungen per Fax von Wirtschaft Heute, hinter der die BTW LLC aus Frankfurt am Main steht. Angekündigt wird die Übermittlung eines kostenlosen Newsletters mit wichtigen Wirtschaftsnachrichten, wofür die Unternehmer zur Bekanntgabe der E-Mail-Adresse aufgefordert werden. Nach einigen Zeilen des Kleinstdrucks versehen viele das Formular mit ihrer Unterschrift und ihrem Firmenstempel. Damit wird allerdings ein Angebot für 24 Ausgaben des Wirtschaft Heute Heftes à 25 Euro netto angenommen. Hier werden wie bei anderen Angeboten außerdem scheinbar österreichische Faxnummern angeführt, die tatsächlich im Ausland gelegen sind.

Eine andere Methode von dubiosen Firmen ist es, ohne jeglichen Vorkontakt gleich eine Rechnung oder Zahlungserinnerung zu schicken. So erhielten einige Unternehmer Post vom Pläne Verlag, hinter dem eine Firma Vertriebs-, Werbemittel und Dienstleistungs GmbH aus den Niederlanden steht. Hier ist vom Schutzverband sogar schon eine Strafanzeige eingebracht worden.

Die in Großbritannien ansässige Firma Europe Web Agency agiert ebenso, indem sie „Reminder“ für die (Möglichkeit der) Registrierung von Internetdomains mit der Aufforderung zur Bezahlung eines Betrages in der Höhe von rund 250 Euro für ein Jahr versendet. Auch in diesem Fall sind schon Interventionen des Schutzverbandes im Laufen.

Schließlich arbeitet ein Schwarz Werbeverlag auf ähnliche Weise und stellt Rechnungen ohne Bestellung für einen angeblichen Anzeigenauftrag in der vollkommen unbekannten Bürgerinfo Broschüre aus. So nebenbei erhält der erstaunte Unternehmer vom Schwarz Werbeverlag ein Dankesschreiben für die langjährige Treue mit einem Hotelgutschein. Bei dieser Aussendung ist nicht einmal eine Firma erkennbar und die Anschrift in Salzburg eine Scheinadresse, weshalb auch hier eine Strafanzeige überreicht worden ist.

Betroffene Unternehmer können sich an den Schutzverband wenden, wenn ihre Interessensvertretung bei uns Mitglied ist. Dann können wir umfassend beratend und tatkräftig zur Seite stehen. Wir intervenieren, urgieren und empfehlen die weitere Vorgangsweise z.B. durch auf jeden Fall eigens abgestimmte Rücktrittsschreiben. In letzter Konsequenz bringt der Schutzverband eine Unterlassungsklage ein.

Zur Vermeidung unerwünschter Verträge gilt für Betroffene kurz gesagt:
- Kleingedrucktes (vor der Unterschrift oder dem Ausfüllen) unbedingt lesen
- Keine Rechnungen bezahlen, die nicht eindeutig einem Auftrag zuzuordnen sind
- Bei Zweifel Rechtsberatung insbesondere bei der Rechtsabteilung der jeweiligen Wirtschaftskammer oder sonstigen Interessensvertretung einholen

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